Bilder aus dem alten Schaffhausen
Aus dem Archiv Foto Koch, präsentiert von Rolf
Wessendorf,
mit Texten von Andreas Schiendorfer

Die Vordergasse
an der praktisch alle Zunfthäuser stehen, wurde zunächst nur Markt-
oder Hauptgasse genannt.
Das Haus "Zum Ritter" beispielsweise hiess einfach "Hus am Markt".
Auf dem Fischmarkt zwischen St. Johann
und Schneiderstube wurden vor allem Lachse angeboten, die bis zum Bau
der Kraftwerke sehr zahlreich und billig waren.
Bis 1840 stand hier der bereits 1945 erwähnte Fischmarktbrunnen.

Blick auf Fronwagplatz und Vordergasse
um 1895. In der Bildmitte das Haus "Zum Spiegel"
mit seinem Erker von 1645. Die untersten Erkerfelder zeigen neben
dem Wappen des Erbauers Heinrich Seiler und seiner beiden Frauen (Mäder
und Hurter) einen Philosophen und
die Prudentia, jeweils mit Spiegel. Dazu die Inschrift: NOSCE TE
IPSUM (Erkenne dich selbst).

Fronwagplatz
Nicht nur Menschen wechseln ihre Wohnungen, auch
Namen können wandern. Das Eckhaus "Zur Taube"
beispielsweise beherbergte von 1670 bis zum Umbau 1964 eine
Apotheke. Diese musste ins nahe gelegene
Haus "Zum halben Mond" ausweichen, nahm aber ihren Traditionsnamen
mit. Nebenan das Winterhaus der
Familie Rausch. Von 1517 bis 1857 befand sich hier die Metzgerei.

Blick in die Vorstadt
um 1891: In diesem Jahr erstand der Chirurg (und
Coiffeur) Samuel Werner den "Stokarhof".
Etwas früher, 1890, hatte Samuel Meier den "Roten Löwen" gekauft und
darin eine Korbmacherei eingerichtet.
Dazwischen liegen, um auf dieser Strassenseite zu bleiben, das Haus
"Zum Bären" sowie der Vorhof des
zurückversetzten Konstanzischen Amtshauses (1525-1803), der 1916 mit
einem eingeschossigen Ladenlokal
überbaut wurde. Im konstanzisch-bischöflichen Verwaltungsgebäude
wurden die lokalen Zehnten und Zinsen
eingezogen. Diese wurde in der Konstanzischen Schütte am Platz
untergebracht.

Der Munot
der zwischen 1563 und 1589 gebaut wurde, ist und
bleibt Schaffhausens Wahrzeichen Nummer 1.
Das erste sichere Zeugnis seines Vorgängerbaus stammt nicht, wie oft
angenommen, aus dem Jahre 1291
und auch nicht von 1379, sondern aus dem Jahre 1376: im Frevelbuch
ist von einem alten Mann die Rede,
"der ünser wahter ainest was uf Annot". Archäologische
Untersuchungen in den Jahren 1986/87 brachten
diverse neue Erkenntnisse: So ist der Römerturm zusammen mit der elf
Meter hohen Stadtmauer um 1360
entstanden und wurde 60 Jahre später umgebaut. 1601 funktionierten
ihn die Schaffhauser zum Pulverturm um.
Quelle:
Auszug aus dem Buch "Es war einmal" ©1991 by Meier Verlag
Schaffhausen
Gestaltung und Produktion: Typografik Schaffhausen, Andrea
Haberthür
Lithos: Ellen Berg, Repro für alle Druckverfahren
Druck: Meier+Cie Schaffhausen / ISBN 3-85801-091-X