Der Munot
1589 entstand das für die Schaffhauser repräsentative Bauwerk und Wahrzeichen, der Munot. Noch im selben Jahr wurde von Hans Meyer aus Kempten, genannt Hans Frei, das Munotglöcklein gegossen und im September 1589 montiert. Wie der Munot stets vor dem Einsturz bewahrt wurde, wurde auch das Glöcklein in den vielen Jahren immer wieder gepflegt und letztmals im Jahre 2002 einer Reparatur unterzogen.

Das Glöcklein hat einen Durchmesser von 90.5 cm; eine Höhe von ca. 70 cm und ein Gewicht von ca. 420 kg
und trägt die Inschrift:


«Aus dem Feur bin ich geflossen,
Hans Frei zu Kempten hat mich gegossen.
Wechter mirckh auf mit gancem Fleis,
umw die nende stund zu nacht soldt du mich leiden.»




Als der Munot erstellt wurde, erhielt der Munotwächter die besondere Aufgabe, durch Trompetensignale die Lastschiffe anzuzeigen, die sich der Schifflände näherten. Selbst heute noch wohnt in der Rundwohnung des Munots der "Munotwächter" und hat jeden Tag um 21.00 Uhr das Munotglöcklein von Hand für 5 Minuten zu schlagen.

 

 

Liedtext "Das Munotglöcklein"
 von Dr. Ferdinand Buomberger 1911

Auf des Munots altem Turme
schau hinaus ich in die Nacht,
über Dächer, über Giebel,
einsam halte ich die Wacht.
Leise rauscht des Rheines Welle,
leise rauscht des Kohlfirsts Wald,
doch im Herzen pocht und hämmert
meiner Liebe Allgewalt.

Klinge Munotglöckelein,
grüsse mir die Liebste mein,
klinge Munotglöckelein,
klinge bimbam bum.

Auf des Munots weiter Zinne
sah ich sie zum letzten Mal,
wie sie scherzend, kosend tanzte
auf dem grossen Munotball.
Auf dem Turme musst ich wachen,
Gott, wie ist die Welt Betrug!
Ach man küsste mir mein Liebchen,
während ich die Stunde schlug.

Klinge Munotglöckelein,
grüsse mir die Liebste mein,
klinge Munotglöckelein,
klinge bimbam bum.

Als ich sah das frech Gebaren
zog ich wütend an dem Strang,
und ich schlug so fest die Stunde,
dass die kleine Glocke sprang.
Seither sind des Glöckleins Klänge
so von stillem Weh erfüllt,
dass den Menschen selbst im Städtchen
Trän`um Trän`dem Aug entquillt.

Klinge Munotglöckelein,
grüsse mir die Liebste mein,
klinge Munotglöckelein,
klinge bimbam bum.

So musst auch mein Liebchen hören
dieses Treubruchs harten Klang,
mög er allen falschen Mädchen


klingen in den Ohren bang.
Doch dir Glöcklein will ichs sagen,
aber schweige wie das Grab,
ich gesteh, dass ich das Mädchen
seither fast noch lieber hab.

Klinge Munotglöckelein,
grüsse mir die Liebste mein,
klinge Munotglöckelein,
klinge bimbam bum.

 

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