

Bunt gemischt wie die Bevölkerung in den USA ist auch das Brauchtum. Überall
aber bringt der Santa Claus mit seinem Rentierschlitten die Geschenke in der
Nacht auf den 25. Dezember. Für die Tiere stellen die Kinder am Weihnachtsabend
Milch und Kekse bereit. Ein Muss sind beleuchtete Vorgärten und der Truthahn für
das Fest. Weihnachten ist nach Ostern der höchste Feiertag der Christenheit.
Obwohl ein überwiegend christliches Land, wurde Weihnachten erst ab dem 19.
Jahrhundert zunehmend beliebt in den Vereinigten Staaten, als mehr und mehr
Europäer ihre Überlieferungen mitbrachten: Das Aufhängen von Strümpfen am Kamin,
"Besuche" von Santa Claus - sehr zum Unwillen der strengen Puritaner, die darin
"unziemliche Fröhlichkeit" sahen.
Zu Weihnachten gehören in den USA viele Traditionen, die aus genaus vielen
Ländern stammen wie ursprünglich die Einwanderer: Das Anzünden des Yule-Logs
(Skandinavien), das Aufhängen von Mistelzweigen (England), das Schmücken des
Kamins mit Weihnachtssternen (Mexiko) oder eines Baumes (Deutschland/Schweiz).
Die vier Wochen vor dem Fest
sind traditionell die umsatzstärksten des US-Einzelhandels. Schon 1867 öffnete
Macy's am Heiligabend das erste Mal bis Mitternacht, 1874 wurde dort das erste
Schaufenster weihnachtlich dekoriert. Heute erstrahlen schon ab Oktober viele
Privathäuser im Glanz von Lichterketten, werden ganze Krippenszenen in Vorgärten
aufgebaut, die Wohnräume in grün-weiß-rot dekoriert.
Ein besonderer Tag ist in der USA der Pilgertag am 21. Dezember. Die glückliche
Landung der Pilgerväter wird mit einem Gericht gefeiert, in dem sich damals
neuen unbekannten Zutaten wieder finden, die der ersten Generation der späteren
Amerikaner das Leben gerettet haben.
Geschichte
der Stechpalme
Zahlreiche amerikanische Wohnungen werden zur Weihnachtszeit mit
Stechpalmenzweigen geschmückt.
Eine Legende erklärt, wie es zu dieser Sitte kam:
Als die Hirten zum Jesuskind eilten, sahen sie nicht, daß ihnen ein winziges
Lämmchen folgte. Es war schwach und krank und lief hinter dem Hirtenjungen her,
der es gepflegt hatte. Das Lamm blöckte so leise, daß es niemand hörte. Es
stolperte immer wieder über die Steine, die auf dem Weg lagen, und die
Stechpalmen zerkratzen es. Endlich erreichte es den Stall und drängte sich an
den Hirtenjungen. Maria sah, daß der Junge das Lamm aufhob, es streichelte und
an seiner Brust wärmte. "Auch mein Sohn wird später einmal gut zu hilflosen
Geschöpfen sein", sagte Maria zu dem Jungen. "Deshalb sollen die Menschen immer
daran erinnert werden, daß du dem Lämmchen geholfen hast, als es in Not war."
Seither tragen die Stechpalmenbüsche im Winter leuchtendrote Beeren, damit man
an das arme kleine Lämmchen und den guten Hirtenjungen denkt.
Frohe Weihnachten - Merry Christmas!