

Etwa 90 % der dänischen Bevölkerung sind der Meinung, dass auch Traditionen zum
nationalen Kulturerbe gehören, und viele glauben, dass die Traditionen vor
Einwirkungen von außen bewahrt werden müssen.
Das, was die Dänen üblicherweise unter Traditionen verstehen, wird entsprechend
den kulturellen Veränderungen und äußeren Einflüssen allmählich angepasst und
verändert sich. Und so denken vermutlich die wenigsten Dänen daran, dass z.B.
der Weihnachtsbaum aus Deutschland oder das Lucia-Fest aus Schweden stammt.
Auch in Dänemark steht der Monat Dezember ganz im Zeichen des Weihnachtsfestes.
In den meisten Städten sind die Einkaufsstraßen und Fußgängerzonen mit
Tannengirlanden und Lichtern geschmückt. Auf Plätzen und in Gärten stehen
Weihnachtsbäume mit Lichterketten, ein Brauch, der sich bis zum Jahr 1914
zurückverfolgen lässt, als der erste illuminierte Weihnachtsbaum auf dem
Rathausplatz in Kopenhagen aufgestellt wurde
Der Adventskranz
erlebte seinen Durchbruch, nachdem er als Motiv die Weihnachtsbriefmarke des
Jahres 1946 geziert hatte, eine ganz besondere Briefmarke, die jedes Jahr zur
Weihnachtszeit herausgegeben wird. Mit seinen 4 Kerzen symbolisiert der
Adventskranz die 4 Sonntage der kirchlichen Adventszeit.
Die Kalenderkerze
an der die Tage des Dezember mit Zahlen markiert sind ist eine dänische
Tradition. 1942 kam man auf die Idee, solche Kerzen zusammen mit den Kindern
anzufertigen, aber seit 1946 werden diese Kerzen industriell hergestellt.
Außer der Kalenderkerze gibt es für die Kinder Weihnachtskalender mit einzelnen
nummerierten Türchen, die vom 1. bis zum 24. Dezember an jedem Tag geöffnet
werden, wie auch Kalender mit 24 kleinen Päckchen.
Weihnachten selbst
ist für die meisten ein Familienfest, darüber hinaus aber ist der
Weihnachtsmonat, wie der Dezember auch genannt wird, von unterschiedlichen
Formen geselligen Beisammenseins geprägt. Die verbreitetest ist die
Weihnachtsfeier in den Betrieben und Firmen (julefrokost), die seit den 1940er
Jahren an den meisten Arbeitsplätzen stattfindet. Hier verzehrt man ein typisch
dänisches Mittagessen, das zu diesem Anlass jedoch vorzugsweise aus einigen ganz
besonderen dänischen, in gewissem Umfang regionaltypischen Gerichten bestehen
sollte.
Zur julefrokost trinkt man Bier und Schnaps oder Wein. Die Brauereien stellen zu
Weihnachten verschiedene Weihnachtsbiere (julebryg) her, die stärker sind als
übliches Bier. Da zur julefrokost oft viel Alkohol getrunken wird, hat es sich
eingebürgert, dass man sich locker gibt und ohne Risiko Grenzen des Alltags
überschreitet, sowohl hinsichtlich der sozialen Hierarchie als auch allgemein
üblicher Umgangsformen.
Der Weihnachtsbaum
eines der wichtigsten Symbole des weltlichen Weihnachtsfestes, wird entweder
am lillejuleaften, dem Vorabend des 24. Dezember, oder an Heiligabend selbst, am
juleaften geschmückt. Der Schmuck besteht in der Regel aus Glaskugeln,
Papierherzen und Tütchen, Lametta, Girlanden aus kleinen Dannebrog-Fähnchen und
nicht zuletzt aus Kerzen, entweder als echte Stearinkerzen oder in Form
elektrischer Lichterketten. Im Zusammenhang mit den Kriegen gegen Deutschland
und dem erwachenden Nationalbewusstsein im 19. Jahrhundert, wurden die
Nationalfarben, rot und weiß, prägend für den Weihnachtsschmuck.

Silvester/Neujahr ((Nytårsaften/Nytår)
IIm Gegensatz zum Weihnachtsfest, das die Meisten im Kreise der Familie begehen,
wird Silvester mit Freunden gefeiert. Der Silvesterabend wird von zwei wichtigen
Sendungen eingerahmt, die von Rundfunk und Fernsehen ausgestrahlt werden, und
zwar die Neujahrsansprache der dänischen Königin um 18.00 Uhr und der Beginn des
Neuen Jahres, wenn die Uhr des Kopenhagener Rathauses 24.00 Uhr schlägt. ...
Quelle:
Das Dänische Kulturinstitut
Eine wunderschöne Homepage, die noch mehr zu Weihnachten, Tradition
und dänische Weihnachtsrezepte aufgeführt hat. Ein Besuch lohnt sich!
Frohe Weihnachten und ein
gutes Neues Jahr- Glædelig jul og godt Nytår!