

Mit den spanischen Erobern kamen vor 300 Jahren auch die Weihnachtsbräuche ins
Land der Inkas und Azteken. Doch ein Teil ihrer eigenen Tradition konnten die
Ureinwohner den Augustinermönchen unterjubeln. So wurden die Feste um die
Ankunft des Gottes Huitzilopochtli später zu Ehren von Josef und Maria gefeiert.
Dazu gehören die "Psadas". Bunte Umzüge, bei denen die Herberge-Suche
nachgestellt wird. Dazu gibt´s Jubel, Trubel, Feuerwerk und viele Süßigkeiten.
Wichtigster Bestandteil des Festes: die Pinata, ein liebevoll mit Sternen und
Figuren dekoriertes Tongefäß, das mit Früchten und Süßigkeiten gefüllt und
aufgehängt wird. Ein Riesenspaß für die Kinder, die mit verbundenen Augen den
Topf zerschlagen dürfen und alle leckeren Bonbons essen dürfen. Das
Weihnachtsessen besteht meist aus Truthahn, Kartoffelbrei, gebuttertem Gemüse,
Truthahnsuppe und Fisch.
Piñata
Ursprünglich kommt die piñata aus China. Zum Neujahrsfest hatte sie dort die
Form von einem Ochsen, Stier oder einer Kuh und war mit buntem Papier und
anderen dekorativen Dingen beklebt. Die Figuren wurden mit Stöcken zerschlagen
und Samenkörner flogen auf den Boden. Die zerschlagenen Figuren wurden
anschließen verbrannt und die Asche aufgesammelt und als Glücksbringer für das
kommende Jahr aufbewahrt.
Durch Marco Polo wurde dieser Brauch in Südeuropa bekannt und fand Anklang in
der Fastenzeit. Über die Bedeutung des Wortes „piñata“ gibt verschiedene
Quellen. So wird es z.B. mit dem italienische Wort „pignatta“ (zerbrechlicher
Topf) sowie mit „piña“, was in Spanisch Ananas bedeutet, in Verbindung gebracht.
Anfang des 16. Jahrhunderts nutzten spanische Missionare die „piñata“, um ihre
religiösen Zeremonien attraktiver zu machen. Die Indianer hatten bereits eine
ähnliche Tradition. Bei dieser wurde der aztekische Kriegsgott „Huitzilopochtli“
gehuldigt, indem ein reich dekorierter Topf, der mit kleinen, kostbaren Gaben
gefüllt war, im Tempel zerschlagen wurde. Der Inhalt fiel als Opfergaben vor die
Götterstaturen.
Die Mayas hatten ein Spiel, wo die Augen der Spieler verbunden waren, während
sie versuchten auf einen aufgehängten Tontopf zu schlagen. Die Missionare
wandelten diese Spiele und Zeremonien für ihre Zwecke ab. Um den traditionellen
Tontopf attraktiver zu machen, wurde er mit buntem Papier beklebt.
Der so dekorierte Tontopf repräsentierte den Teufel, der oft eine attraktive
Maske trug, um die Menschen zu verführen. Die traditionelle „piñata“ sah ein
bißchen aus, wie ein Sputnik, mit sieben Spitzen. An den Spitzen waren Wimpel
oder Papierstreifen angebracht. Die sieben Spitzen symbolisierten die sieben
Todsünden: Habgier, Völlerei, Trägheit, Stolz, Neid, Zorn und Lust. Schön und
glänzend, die „piñata“ lockte im inneren mit Süßigkeiten und Früchten, die die
Versuchungen der weltlichen Freuden darstellten.
Piñatas gibt es heute in allen Größen und Formen. Moderne Piñatas werden aus
Pappmaché hergestellt. Traditionell sind Piñatas mit Süßigkeiten und Früchten
gefüllt.
Frohe Weihnachten - Feliz navidad!