

Auf den Philippinen bedeutet "Maligayang Pasko" so viel wie frohe Weihnachten.
Die Gruppe von mehr als 7100 Inseln vor der Küste Asiens im südchinesischen Meer
feiert am 25. Dezember Weihnachten. Aber die Feiern beginnen bereits am 16.
Dezember und dauern bis zum ersten Sonntag in Januar.
Am 16. Dezember um 4 Uhr morgens wecken die Kirchenglocken die Menschen auf und
rufen zur Messe. Diese Messe heißt "Misa de Gallo" ("Hahn Messe"), weil die
Hähne so früh am morgen krähen. Neun Tage lang gehen die Menschen in die Kirche
und beten. Am Heiligen Abend nach der Mitternachtsmesse wird die "Noche Buena"
(das Weihnachtsessen) serviert. Man bereitet einen wunderschönen Buffet-Tisch
mit Gerichten wie Hühner- und Reissuppe, Frühlingsrolle, Fisch gefüllt mit
Schinken oder Schweinefleisch, verschiedene Nudelgerichte, Früchte und diverse
Arten von Desserts vor. Ein besonders beliebtes Dessert ist "bibingka". Das ist
ein aus Reismehl, Milch, Käse und Gänseeier gemachter Pfannkuchen, der auf einem
Bananenblatt mit Kokosnüssen serviert und mit dunklem Zucker garniert wird. Die
Filipinos trinken Ingwertee dazu.
Obwohl alle Kinder vom Weihnachtsmann wissen, ist es nicht er, der die Geschenke
bringt. Lolo und Lola - der Großvater und die Großmutter- schenken ihren
Enkelkindern Weihnachtsgeschenke. Meistens ist das ein Spiel. Die Kinder sammeln
sich in einem Kreis, man wirft Münzen in die Luft und die Kinder beeilen sich,
das Geld zu fangen. Die Geschenke sind einfach und praktisch, wie zum Beispiel
Kleider, die auch gleich zur Mitternachtsmesse angezogen werden. Wenn die
Familie von der Messe zurückkommt, geht noch niemand schlafen. "Noche Buena"
dauert bis in die Morgenstunden.
Am nächsten Tag besuchen die Kinder andere Familienmitglieder und bekommen
meistens von allen Geschenke: Spiele, Geld oder Süßigkeiten. In der
Weihnachtszeit werden auf den Philippinen "pastores" (kurze Theaterstücke)
aufgeführt. Junge Männer und Frauen (und manchmal auch Kinder), die wunderschöne
Kostüme tragen, gehen tanzend und singend von Dorf zu Dorf und spielen die "pastores",
die für gewöhnlich auf der Geschichte vom Leben Jesu basieren. Andere Gruppen
von Kindern, sogenannten "Cumbancheros", laufen in der Nachbarschaft umher und
singen und spielen (häufig auf selbst-gemachten Musikinstrumenten)
Weihnachtslieder. Die Menschen geben ihnen Münzen. Die Mehrheit der Filipinos
ist römisch-katolischen Glaubens, und das Weihnachtsfest ist für sie ein sehr
wichtiger Feiertag. Auf den Philippinen leben ungefähr 35 verschiedene ethnische
Gruppen, die etwa 70 verschiedene Dialekte sprechen. Die Kirche ist die
wichtigste Institution in der Weihnachtszeit, und alles Stattfindende ist eine
Mischung aus westlicher und Filipino -Tradition.
Alles
ist bunt dekoriert. Weil das Klima so warm ist, sind Blumen extrem beliebt.
Echte Weihnachtsbäume sind viel zu teuer für die meistens Filipinos, so daß man
sehr oft in allen Größen und Farben selbstgebastelte Bäume aufstellt. "Parol"
(Sternlaternen) glitzern überall ab dem 16. Dezember. "Parol" sind aus mit
strahlend-farbigem Reispapier oder Zellophan bedeckten Bambusstöcken gebastelt.
Es steht normalerweise eines in jedem Fenster und stellt den Stern von Bethlehem
dar. Überall hängen große Papierschlangen. Ein Höhepunkt von Weihnachten auf den
Philippinen sind die riesigen bunten Laternen - genannt "capiz". Sie sind über
2,5m im Durchmesser groß, beleuchtet und werden während einer Parade, die jedes
Jahr richtige Menschenmassen anzieht, getragen.
Alles in allem ist Weihnachten auf den Philippinen eines der längsten und
fröhlichsten Feste der Welt.
Frohe Weihnachten - Maligayang Pasko!