

St. Nikolaus und Babuschka
Die Verehrung für St. Nikolaus hat in Russland und in der orthodoxen Kirche
Tradition seit dem 11. Jahrhundert. Viele Kirchen sind nach ihm benannt und
Nikolaus ist höchst beliebt für die Namengebung bei Söhnen.
Nach der kommunistischen Revolution wurde Nikolaus durch Großväterchen Frost -
Dyed Maroz - ersetzt (obwohl einiges an der Figur gleich blieb, wie die rote
Robe, der weisse Bart, die schwarzen Stiefel). Seine Helferin heisst
Schneeflöckchen (Snegorochka).
Ein ähnliches Schicksal widerfuhr Babuschka (Babushka). Die Legende
besagt, dass sie den Hl. Drei Königen Quartier und Speise versagt hatte und sich
deshalb für immer auf die Suche nach dem Christkind begeben muss. Auf ihren
Reisen besucht sie Kinder, weshalb sie auch ihren Platz in den russischen
Weihnachtstraditionen erworben hat.
Die
Babuschka-Puppe (auch Mamutschka - Matryoshka genannt) ist ein beliebtes
Geschenk und weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt.
Das Weihnachtsfest
Da die russische orthodoxe Kirche den Julianischen Kalender verwendet, fällt das
Weihnachstsfest nicht auf den 25. Dezember, sondern auf den 7. Januar (das Jahr
ist nach Rechnung des Julianischen Kalender geringfügig kürzer, sodass sich alle
125 Jahre ein Tag Differenz ergibt). Zum Zeitpunkt der kommunistischen
Revolution, mit welcher der gregorianische Kalender in Russland eingeführt
wurde, betrug die Differenz zwischen den beiden Kalendern 13 Tage.
Es wurden die christlichen Feiertage abgeschafft, womit auch die Christbäume den
Reformen zum Opfer fielen - allerdings nur formal. Das Neujahrsfest wurde zum
zentralen Feiertag erklärt, folglich mutierte der Weihnachtsbaum zum
Neujahrsbaum. Letztlich wurden den Kindern die Geschenke von Großväterchen Frost
ebenfalls zu Beginn des neuen Jahres gebracht.
Womit alles seine Ordnung hatte und dennoch nicht völlig mit den Traditionen
gebrochen werden musste.
Obwohl im letzten Jahrzehnt auch in Russland wieder die Freiheit für religiöse
Feiern gegeben ist, hat Weihnachten in der Bevölkerung nicht den Stellenwert,
wie in den meisten anderen christlichen Ländern.
Karges Festtagsmahl
Die Weihnachtszeit im Rahmen der orthodoxen Kirche ist eher eine Fastenzeit. Das
bedeutet, dass fleischlose Kost angesagt ist.
Zentrale Speise ist Kutya, ein porridge-ähnliches Gericht aus Weizen- und
anderen Getreidekörnen (sie stehen für Hoffnung) sowie Honig und Mohn (Freude
und Erfolg). Natürlich fehlt zu Weihnachten auch Borschtsch nicht auf dem
Speiseplan.
© by Heinrich Hofer
(Foto:Fotosearch.com)
Frohe Weihnachten - Pozdrevlyayu s prazdnikom Rozhdestva!