Die Adventszeit ist in Spanien weitestgehend unbekannt. Es gibt keine Adventskalender oder Kränze. Auch die Kinder, die am 6. Dezember auf den Nikolaus warten, gehen leer aus. Trotzdem sind auch in Spanien die ersten Vorboten des christlichen Weihnachtsfestes zu sehen. Wohnhäuser und Geschäfte werden feierlich geschmückt und die Städte erstrahlen im Glanz tausender Lichter.

Die Adventszeit verläuft zwar eher ruhig, dafür gibt es in der Zeit zwischen dem 24 Dezember und dem 6. Januar verschiedene Feste, die sehr unterschiedlich begangen werden.

Zu den traditionellen Weihnachtsbräuchen
gehört das Erscheinen des Olentzero (des Köhlers), der aus den Bergen ins Dorf kommt. Er wird von den Einwohnern des Dorfes auf den Schultern getragen. Weit verbreitet sind auch die Weihnachtsaufführungen, wie z.B. der von Herodes angeordneten Kindermordes und das Fest der Messdiener (Fiesta de Locosy Obissi Mos), bei dem ein Junge ausgewählt wird, der sich als Bischof verkleidet.
 

Eher beschwinglich denn besinnlich geht es am Heiligen Abend zu. In den Städten laden Umzüge zum Mitmachen ein und nach der Weihnachtsmesse versammelt man sich auf dem Dorfplatz bei einem großen Feuer, singt lustige Weihnachtslieder und tanzt dazu. Fröhliche Weihnachten also wörtlich genommen :-)

Vorher gehört das Fest jedoch der Familie und wieder einmal spürt man, dass die Spanier das Leben insbesondere in kulinarischer Hinsicht zu genießen wissen. Als Aperitif wird gerne eine gut gekühlte Cava oder ein Sherry serviert. Den Auftakt zum Festmahl bilden verschiedene spanische Wurst- oder Schinkenspezialitäten sowie die nicht nur zu Weihnachten beliebten Tapas. Beim Hauptgang sind sich die Spanier nicht einig – ein typisches Weihnachtsgericht gibt es nicht, zu unterschiedlich sind die kulinarischen Einflüsse der verschiedenen Regionen. Dennoch freuen sich viele Familien am Heiligabend auf einen knusprig gebratenen Truthahn, der entweder mit Kastanien, mit Äpfeln oder mit Pflaumen, Rosinen und Pinienkernen gefüllt wird. Aber auch Braten vom Lamm, Zicklein oder Rind stehen auf der Speisekarte und auf mancher Tafel findet sich sogar ein halber Meeresboden wieder, denn auch Fisch und Meeresfrüchte sind zu Weihnachten beliebte Hauptgerichte. Zum Nachtisch werden Weintrauben, Marzipan oder Turrón gereicht. Den Abschluss bildet ein kostbarer Brandy de Jerez oder ein Cafe Corto.

In der Zeit vom 30.Dezember bis zum 1.Januar findet die Fiesta de la Coretta statt. Bei diesem Fest wird Brennholz gesammelt und eine Kiefer gefällt. Diese wird dann geschmückt in den Ort getragen und gesegnet.

Den Abschluß der Weihnachtszeit
bildet der Dreikönigstag (Díade los Reyes). Nach ihrer weiten Reise aus dem Morgenland halten die MajestätenKaspar, Melchior und Balthasar bereits am 5. Januar Einzug in die spanischenDörfer und Stadtteile, ein Fest, das mit einem großen Umzug undzahlreichen biblischen Aufführungen gefeiert wird. Für die Kleinengibt es Süßigkeiten aus den Händen der Könige.

Am Abend des 5. Januars stellen die Kinder vor dem Schlafengehen ihre blank geputzten Stiefel oder Schuhe vor die Zimmertür. Außerdem werden auch Stroh und Wasser für die Kamele und die beliebten Turrones (Weihnachtsgebäck aus Mandelteig) zur Stärkung der Weisen nach der langen Reise bereit gestellt. Der nächste Morgen bringt braven Kindern die Geschenke, böse Kinderbekommen Kohle (gefärbter Zucker). Zum Fest der Heiligen Drei Könige versammelt sich die Familie wieder zu einem großen Festessen. Als Nachtisch wird „Roscón de Reyes“ gegessen, ein Germteigkranz mit kandierten Früchten, der eine kleine eingebackene Überraschung in Form eines der Könige enthält. Wer sie findet, ist der Glückspilz der Familie. :-)

Frohe Weihnachten - Feliz Navidad!

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